Die Suche nach dem idealen unabhängigen Vermögensverwalter kann in der vielfältigen Finanzlandschaft der Schweiz eine Herausforderung sein. Für viele Vermögensverwalter ist eine ganzheitliche Ausrichtung auf spezialisierte Endkundenmärkte von zentraler Bedeutung, was es schwierig macht, mit der grossen Reichweite traditioneller Privatbanken mitzuhalten.
Ressourcen wie die FINMA-Liste oder Verzeichnisse der Branchenverbände können hilfreich sein, bieten aber keine tieferen Einblicke in einzelne Vermögensverwalter. Die Website der Alliance of Swiss Wealth Managers kann eine Orientierung bieten, wenn man gezielt einen etablierten, grösseren Anbieter sucht. Im Tessin ist die Abdeckung besonders ausgeprägt, doch auch dort gibt es Ausnahmen bei der betreuten Klientel. Noch komplexer wird die Suche in Grossstädten wie Zürich und Genf. In ihrer Gesamtheit können es die Schweizer Vermögensverwalter mit der Marktvielfalt eines Giganten wie UBS aufnehmen – doch den perfekt passenden Kundenmarkt zu finden, gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Eine Möglichkeit wäre, Branchenkollegen um Rat zu fragen. Aber Vorsicht! Wir leben in einer vernetzten Welt, sogar Zürich kann sich wie eine Kleinstadt anfühlen. Manche denken daran, sich an Headhunter zu wenden, doch deren Vergütungsmodelle passen nicht immer zu den typischen Komponenten zur Umsatzbeteiligung von Vermögensverwaltern.
Dieser Mangel an Transparenz lässt viele an der Startlinie verharren – und sie erwägen den vertrauten Weg zu einer anderen traditionellen Privatbank.
Gemeinsam machen wir vielleicht den Unterschied.
Schritt 1: Überprüfen Sie die Lizenz
Seit dem Inkrafttreten des Finanzinstitutsgesetzes (FINIG) im Jahr 2020 benötigt jeder Vermögensverwalter in der Schweiz eine Bewilligung der FINMA. Die laufende Aufsicht erfolgt durch eine der von der FINMA zugelassenen Aufsichtsorganisationen.
- Durchsuchen Sie den Namen der Firma im FINMA-Register der bewilligten Institutionen.
- Welche Aufsichtsbehörde beaufsichtigt das Unternehmen?.
- Fragen Sie, welcher Ombudsstelle das Unternehmen angeschlossen ist. Gemäss dem Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) müssen Kundenberater einer solchen angeschlossen sein.
Ein Unternehmen, das diese drei Punkte nicht klar beantworten kann, ist nicht der richtige Partner.
Schritt 2: Nach Kundenmarkt eingrenzen
Regionale Muster sind wichtig. In Zürich und Genf ist die Auswahl so gross, dass ein klarer Filter unerlässlich ist: Nationalität, Buchungszentrum, Anlagestil und Mindestvolumen der Kundenbeziehung.
Schritt 3: Die richtigen Fragen stellen
- Mit welchen Depotbanken arbeiten Sie zusammen, und kann ich wählen?
- Wie werden Sie bezahlt: Pauschalhonorar, prozentualer Anteil am Vermögen oder erfolgsabhängige Vergütung?
- Erhalten Sie Retrozessionen oder andere Zahlungen von Dritten, und werden diese an mich weitergeleitet?
- Wie viele Kunden betreut jeder Kundenbetreuer?
- Wer vertritt meinen Berater während des Urlaubs oder bei Krankheit?
- Wie sieht Ihr Nachfolgeplan aus?
- Welche Märkte und Nationalitäten können Sie grenzüberschreitend legal bedienen?
- Wie erhalte ich konsolidierte Berichte über alle meine Banken hinweg?
- Wie groß ist typischerweise die Beziehung zu Ihren Kunden?
- Kann ich mit einem bestehenden Kunden sprechen?
Schritt 4: Auf Warnzeichen achten
- Druck, schnell zu unterschreiben oder Vermögenswerte zu verschieben, bevor die Papierarbeit vollständig ist.
- Vage Antworten zu Gebühren oder Zahlungen Dritter.
- Einzelunternehmen ohne klare Vertretungs- oder Nachfolgeregelung.
- Renditeversprechen anstelle einer Beschreibung von Prozess und Risiko.
Eine solche strukturierte Prüfung macht den unabhängigen Weg viel einfacher zu bewerten.
Siehe auch: Wie man die FINMA-Lizenz eines Schweizer Vermögensverwalters überprüft · Private Banking oder ein unabhängiger Vermögensverwalter
Quelle: LinkedIn
Siehe auch: Sollten Sie sich für Private Banking oder eine unabhängige Vermögensverwaltung entscheiden?