Bevor Sie jemandem eine Vollmacht über Ihr Portfolio erteilen, gibt es eine Prüfung, die fünf Minuten dauert und nichts kostet: die Bestätigung, dass das Unternehmen tatsächlich über eine FINMA-Bewilligung verfügt. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen genau, wo Sie suchen müssen, was die Register Ihnen verraten und was nicht, und welche Behauptungen Sie stutzen lassen sollten.
Warum diese Prüfung nicht mehr optional ist
Gemäss dem Finanzinstitutsgesetz (FINIG), das am 1. Januar 2020 in Kraft trat, benötigt jeder Schweizer Vermögensverwalter eine FINMA-Bewilligung. Bestehende Firmen hatten eine dreijährige Übergangsfrist, die endete am 31. Dezember 2022. Die FINMA hat bis Februar 2025 1'864 Gesuche erhalten und 1'532 Bewilligungen erteilt; 131 Gesuche wurden zurückgezogen.
Die praktische Konsequenz für Sie: Es gibt keinen Bestandsschutz mehr. Ein Schweizer Unternehmen, das 2026 gewerbsmässig Kundengelder verwaltet, besitzt entweder eine Bewilligung – oder sollte Ihr Mandat nicht annehmen. «Wir sind im Bewilligungsverfahren» ist kein Status, sondern eine Warnung. Unsere Übersicht zur Regulierung der Schweizer Vermögensverwaltung zeigt, wie das Regime aufgebaut ist.
Schritt 1: Das FINMA-Register der bewilligten Institute
Gehen Sie zur öffentlichen Suche der FINMA unter finma.ch → Bewilligte Institute, Personen und Produkte. Sie sehen zwei Elemente: ein Freitext-Suchfeld und ein Dropdown-Menü für die Kategorie. Wählen Sie die Kategorie Vermögensverwalter und Trustees und geben Sie den Namen des Unternehmens ein.
So sieht ein gültiges Ergebnis aus: der Namedes Unternehmens, sein Standort, die Art der Bewilligung (Vermögensverwalter oder Trustee) sowie die Zeile Aufsichtsorganisation: gefolgt vom Namen der Stelle, die die laufende Aufsicht ausübt.
Zwei praktische Hinweise. Sie können sowohl nach Ort als auch nach Namen suchen, was nützlich ist, wenn Sie sich bei der genauen juristischen Person nicht sicher sind. Und Sie können nicht nach der UID-Nummer suchen – die Liste enthält dieses Feld nicht; die Prüfung der Gesellschaft erfolgt deshalb in Schritt 4. Die FINMA veröffentlicht die vollständige Liste auch als herunterladbare Tabelle und weist ausdrücklich darauf hin, dass ein neu bewilligtes Unternehmen möglicherweise noch fehlt und ein Unternehmen, das seine Bewilligung verloren hat, noch aufgeführt sein kann. Betrachten Sie das Register als starkes Indiz, nicht als Echtzeit-Quelle.
Schritt 2: Die Aufsichtsorganisation prüfen
Die Schweizer Beaufsichtigung von Vermögensverwaltern ist zweistufig: Die FINMA erteilt die Bewilligung, und eine von der FINMA autorisierte Aufsichtsorganisation (AO) übt die laufende prudenzielle Aufsicht aus. Derzeit gibt es vier, nachdem zwei von ihnen Ende 2025 fusioniert haben:
| Aufsichtsorganisation | Standort | Öffentliche Liste beaufsichtigter Unternehmen |
|---|---|---|
| AOOS | Zürich | Ja, durchsuchbar |
| OSFINcontrol AG | Zug | Ja, durchsuchbar |
| SO-FIT | Genf | Ja, durchsuchbar |
| OSIF | Genf | Kein öffentliches Verzeichnis gefunden |
Der Abgleich mit der Liste der AO ist ein nützlicher zweiter Datenpunkt, da die AO eine Statusänderung kennt, bevor die FINMA-Liste aktualisiert wird. Einige wenige Unternehmen, die zu beaufsichtigten Gruppen gehören, werden direkt von der FINMA beaufsichtigt und erscheinen stattdessen auf einer separaten Liste.
Schritt 3: Das Kundenberaterregister – und ein häufiges Missverständnis
Gemäss FIDLEG müssen Kundenberater von Unternehmen, die nicht prudenziell beaufsichtigt sind, in einem Beraterregister eingetragen sein. Die FINMA hat drei Registrierungsstellen zugelassen: BX Swiss AG (Regservices), ARIF in Genf und PolyReg (RegFix). Jede bietet eine kostenlose öffentliche Suche nach dem Namen des Beraters.
Hier liegt der Punkt, über den viele stolpern: Die FINMA hält ausdrücklich fest, dass Berater von Banken und bewilligten Vermögensverwaltern keine Registrierung benötigen. Wenn Ihr möglicher Vermögensverwalter also eine FINMA-Bewilligung hat und seine Berater nicht im Beraterregister stehen, ist das normal – kein Warnsignal. Das Register dient der Prüfung des unbeaufsichtigten Teils des Marktes.
Schritt 4: Die Gesellschaft im Zefix abgleichen
Der zentrale Firmenindex zefix.ch ermöglicht die Suche nach Firmennamen oder UID. Bei einem echten Portfoliomanager sollten Sie Folgendes finden: Rechtsform, Sitz, Status aktiv, UID, Datum der Ersteintragung, zeichnungsberechtigte Personen und einen Zweckartikel, der in der Regel direkt das Gesetz zitiert – etwa mit der Formulierung Vermögensverwaltung gemäss Art. 17 FINIG.
Was zu vergleichen ist: Der exakte Firmenname und Ort müssen mit dem FINMA-Eintrag übereinstimmen. Eine Abweichung ist nicht automatisch verdächtig – Konzerne haben oft mehrere Gesellschaften –, aber Sie sollten eine klare Antwort darauf erhalten können, mit welcher Gesellschaft Sie tatsächlich den Vertrag eingehen.
Schritt 5: Die Ombudsperson
FIDLEG verlangt, dass jeder Anbieter, der Privatkunden betreut, einer vom Eidgenössischen Finanzdepartement anerkannten Schlichtungsstelle angeschlossen ist. Derzeit sind acht Stellen anerkannt, darunter der Schweizerische Bankenombudsmann, FINOS, OFS Ombud Finance Switzerland, FINSOM und Terraxis.
Keine dieser Stellen veröffentlicht eine komfortabel durchsuchbare Liste der angeschlossenen Firmen. Daher besteht das praktische Vorgehen darin, das Unternehmen zu fragen, welcher Ombudsstelle es angeschlossen ist, und die Antwort bei dieser Stelle zu verifizieren. Ein Unternehmen, das diese Frage nicht sofort beantworten kann, sagt Ihnen damit etwas über seine Compliance-Funktion aus.
Schritt 6: Die Warnliste
Die FINMA führt eine öffentliche Warnliste von Unternehmen und Privatpersonen, die möglicherweise unerlaubt Finanzdienstleistungen erbringen – derzeit über 2'000 Einträge. Suchen Sie auch dort nach dem Namen. Die FINMA weist vorsichtshalber darauf hin, dass eine Aufnahme nicht automatisch bedeutet, dass die Tätigkeit rechtswidrig ist, und dass die Liste weder vollständig noch täglich aktualisiert wird. Sie verweist die Leser zudem auf die Cybercrime-Liste der Kantonspolizei Zürich und die internationale I-SCAN-Datenbank der IOSCO.
Warnsignale, die man ernst nehmen sollte
- «Wir stehen unter SRO-Aufsicht» als Antwort statt eine FINMA-Bewilligung. Die Mitgliedschaft in einer Selbstregulierungsorganisation ist das System zur Bekämpfung der Geldwäscherei – sie ist keine Bewilligung als Vermögensverwalter.
- «Unser Bewilligungsgesuch ist noch hängig.» Die Frist lief Ende 2022 ab.
- Die Gesellschaft, mit der Sie den Vertrag abschliessen würden, sitzt offshore, während die FINMA-Bewilligung einer Schweizer Tochtergesellschaft gehört.
- Zögern, die Depotbank zu nennen, oder der Vorschlag, das Vermögen beim Vermögensverwalter selbst zu verwahren.
- Garantierte Renditen oder Druck, schnell zu entscheiden — siehe Sicherheit und Schweizer Vermögen.
Was das Register Ihnen nicht verrät
Eine Bewilligung bestätigt, dass ein Unternehmen die FINMA-Anforderungen hinsichtlich Kapital, qualifizierter Geschäftsleitung, Risikomanagement und Versicherung erfüllt. Sie besagt nichts über die Anlagekompetenz, das Gebührenniveau, die Nachfolgeplanung oder darüber, ob das Unternehmen gut zu Ihnen passt. Diese Fragen behandeln wir in der Wahl des richtigen unabhängigen Vermögensverwalters und in unserer Analyse von was Schweizer Vermögensverwaltung tatsächlich kostet. Die Bewilligung ist die Untergrenze, nicht die Obergrenze.
FAQ
Garantiert eine FINMA-Bewilligung, dass mein Geld sicher ist?
Nein. Sie bestätigt die aufsichtsrechtliche Bewilligung und laufende Beaufsichtigung. Ihr Schutz vor Vermögensverlusten ergibt sich aus der Struktur: Wertpapiere, die auf Ihren eigenen Namen bei einer Depotbank gehalten und sowohl vom Vermögen des Verwalters als auch der Bank getrennt sind.
Was gilt für ausländische Vermögensverwalter mit Schweizer Kunden?
Ausländische Firmen unterliegen einer eigenen Regelung, und zugelassene Vertretungen ausländischer Vermögensverwalter sind auf einer separaten FINMA-Liste aufgeführt. Ihre in der Schweiz tätigen Kundenberater müssen grundsätzlich im Kundenberaterregister eingetragen sein.
Wie aktuell ist die FINMA-Liste?
Die FINMA selbst warnt davor, dass kürzlich bewilligte Unternehmen möglicherweise fehlen und Unternehmen, die ihre Bewilligung kürzlich verloren haben, noch erscheinen können. Wenn es um viel geht, verifizieren Sie dies ebenfalls bei der Aufsichtsorganisation – und beachten Sie unseren Hinweis zu nützlichen Ressourcen zur Schweizer Vermögensverwaltung.
Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Register-URLs und Listen ändern sich; stützen Sie sich immer auf die Website der FINMA.