Private Debt bezieht sich auf nicht-öffentliche Kreditvereinbarungen zwischen Investoren und Unternehmen, in der Regel ausserhalb der traditionellen Bankkanäle. Im Schweizer Private Banking und in der unabhängigen Vermögensverwaltung hat Private Debt als alternative Strategie für festverzinsliche Anlagen an Bedeutung gewonnen. Sie bieten Zugang zu höheren Renditen, variablen Zinsstrukturen und direktem Kreditrisiko - oft in einem massgeschneiderten und illiquiden Format.
Institutionelle Anleger, Family Offices und qualifizierte Privatkunden in der Schweiz setzen auf Private Debt, um ihre Einkommensströme zu diversifizieren, die Rendite zu steigern und die Abhängigkeit von den öffentlichen Anleihemärkten zu verringern. Der Zugang zu dieser Anlageklasse erfolgt in der Regel über Feeder-Fonds, Direktkreditplattformen oder aktiv verwaltete Zertifikate (AMCs), die die zugrunde liegenden Kredite in bankfähige Formate umwandeln.
Wichtige Private-Debt-Strategien
- Direkte Kreditvergabe: Vorrangige oder Unitranche-Darlehen an mittelständische Unternehmen, oft mit variablen Zinssätzen
- Mezzanine-Schulden: Nachrangige Darlehen, die die Lücke zwischen Eigenkapital und vorrangigen Verbindlichkeiten schliessen
- Notleidende Kredite: Kauf von Schulden von Unternehmen in finanzieller Notlage mit dem Ziel einer Umstrukturierung nach oben
- Besondere Situationen: Flexibles Kapital, das in Nischen- oder Übergangsfinanzierungsumgebungen eingesetzt wird
Diese Strategien bieten unterschiedliche Renditeprofile, Risiken und Liquiditätsmerkmale. Daher ist eine Diversifizierung über Strategien und Regionen hinweg entscheidend.
Zugang zu Private Debt über Schweizer Plattformen
Schweizer Vermögensverwalter erleichtern den Zugang zu privaten Schuldtiteln durch:
- Feeder-Fonds: Beteiligung an institutionellen Kreditportfolios
- Ko-Investitionsplattformen: Direkten Zugang zu bestimmten Kreditgeschäften bieten
- AMC-Wrapper: Ermöglichung einer verwahrungskompatiblen Exposition mit ISINs, z. B. über GenTwo
- Club-Angebote: Syndizierungen mehrerer Family Offices in massgeschneiderten Kreditstrukturen
Insbesondere AMCs ermöglichen es, private Schuldtitel in Standard-Bankportfolios zu halten, was die Liquidität und Transparenz verbessert und gleichzeitig die Flexibilität erhält.
Vorteile von Private Debt
- Attraktiver Ertrag: Häufig höher als bei öffentlichen Anleihen, mit geringerer Volatilität
- Variabel verzinste Struktur: Bietet Inflationsschutz in einem Umfeld steigender Zinsen
- Diversifizierung des Portfolios: Erträge werden durch das Kreditrisiko und nicht durch das Markt-Beta bestimmt
- Personalisierung: Fähigkeit, Sektoren, Geografien und Laufzeiten zu berücksichtigen
Risiken und Überlegungen
- Illiquidität: Verpflichtungen reichen oft von 3-7 Jahren mit begrenzten Ausstiegsmöglichkeiten
- Kreditrisiko: Kreditnehmer können in Verzug geraten, was eine aktive Überwachung erfordert
- Intransparente Bewertung: Vermögenswerte werden nicht täglich zum Marktwert bewertet
- Komplexe Strukturierung: Erfordert eine rechtliche und betriebliche Due-Diligence-Prüfung
Private Debt im Vergleich zu Anleihen und Private Equity
| Merkmal | Private Debt | Öffentliche Anleihen | Private Equity |
|---|---|---|---|
| Renditetreiber | Kreditspanne/Einkommen | Rendite/Duration | Kapitalwachstum |
| Liquidität | Niedrig (3-7 Jahre) | Hoch (täglich) | Niedrig (7-10 Jahre) |
| Art des Risikos | Kredit/Kreditnehmer | Markt/Zins | Umsetzung/Exit |
| Zugangsmodell | Fonds / AMC / direkt | Börsennotierte Wertpapiere | Feeder / AMC / Co-Investition |
Wer nutzt Private Debt?
- Family Offices, die stabile, ertragsstarke Alternativen suchen
- UHNWI, die ihr Kreditengagement weg von klassischen Anleihen diversifizieren wollen
- Vermögensverwalter, die über AMCs oder Club Deals in Nischen-Kreditsegmente investieren
Beispielhafte Allokation
In einem 10-Millionen-Franken-Portfolio könnte ein Anleger eine Allokation vornehmen:
- 5% vorrangige Direktkredite über einen privaten Kreditfonds
- 3% Mezzanine-Kredite für europäische KMU über ein Feeder-Vehikel
- 2% Sondersituationen über eine massgeschneiderte AMC-Struktur
Diese Allokation bringt Rendite, variabel verzinsliche Erträge und Diversifizierung in ein ansonsten liquides Portfolio.
Fazit
Private Debt ist in der Schweizer Vermögensverwaltung eine überzeugende Alternative zu öffentlichen Anleihen. Angesichts steigender Zinssätze und der Nachfrage nach stabilen Renditen nimmt ihre Bedeutung zu. Bei durchdachter Strukturierung - sei es über Fonds, AMCs oder Club Deals - erhöhen Private Debt die Portfolioerträge und bewahren gleichzeitig die strategische Flexibilität für anspruchsvolle Anleger.
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Schweizer Blog über unabhängige Vermögensverwalter
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