Gold galt lange als der ultimative neutrale Vermögenswert – unberührt von politischen Manövern. Diese Illusion ist gerade zerbrochen.
🗓️ Am 31. Juli stufte die US-Zollbehörde US Customs and Border Protection Barren zu einem Kilo und 100 Unzen aus Gold – zwei der meistgehandelten Formate im professionellen Markt – in einen Zollkodex um, der Einfuhrzöllen unterliegt.
Bisher gelangten diese Barren zollfrei in die USA. Die neue Einstufung bedeutet höhere Kosten für Importeure, dünnere Margen und – vor allem – eine Umlenkung der globalen Goldströme.
Die Schweiz, die rund zwei Drittel der weltweiten Produktion an Gold raffiniert, steht direkt in der Schusslinie. Schweizer Kilobarren waren für US-Investoren und -Banken eine feste Grösse; die Zölle machen sie nun weniger wettbewerbsfähig als Barren aus zollbefreiten Ländern oder aus US-Raffinerien.
📰 Die Geschichte ist mir heute Morgen in der Financial Times aufgefallen – und sie unterstreicht eine grössere Verschiebung, die längst im Gang ist: Mehr Barren fliessen nach Osten, weniger in die USA.
Warum das für Schweizer Vermögensverwalter wichtig ist
Für die unabhängigen Vermögensverwalter der Schweiz hat das strategische Folgen. Wenn selbst Gold in Handelskonflikten „als Waffe eingesetzt“ werden kann, sind Schweizer Neutralität, politische Stabilität und erstklassige Verwahrungsdienstleistungen mehr als Marketingargumente – sie sind greifbare Vorteile für internationale Kunden.
Gold ausserhalb politisierter Jurisdiktionen zu halten und zu verwalten, schützt mehr als Vermögen. Das bewahrt Flexibilität in einer Welt, in der sich die Handelspolitik über Nacht ändern kann.
Wenn sogar Gold ins Kreuzfeuer gerät, wird Neutralität zum Wettbewerbsvorteil.
Quelle: LinkedIn
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