Das Bonussystem im Bankwesen unterscheidet sich in den USA und in Europa erheblich. In den USA sind Boni oft eng an die Leistung und den Gewinn der Bank gekoppelt. In Europa sind Boni meist Teil der regulären Vergütung und werden unabhängig von der finanziellen Wertentwicklung von Anlagen der Bank ausbezahlt. Diese Unterschiede führen dazu, dass europäische Mitarbeitende weniger Anreize haben, ihre Leistung zu verbessern oder die Rentabilität der Bank zu steigern.
Ein weiterer Unterschied: Das amerikanische Bonussystem ist oft weniger stark reguliert als das europäische. Dadurch haben amerikanische Banken mehr Freiheit, ihre Bonussysteme nach ihren Bedürfnissen und Zielen zu gestalten. Regulierte europäische Banken hingegen sind durch zahlreiche Regeln und Vorschriften zu Struktur und Auszahlung von Boni eingeschränkt.
Unabhängig von den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Bonussysteme müssen diese angemessen gestaltet und reguliert werden, um die Motivation der Mitarbeitenden sowie die finanzielle Stabilität der Banken und der Finanzbranche zu fördern. Es bleibt abzuwarten, ob in Europa eine stärkere Verknüpfung von Boni und Leistung eingeführt wird, um die Motivation der Mitarbeitenden und die Rentabilität zu steigern – oder ob die Unterschiede zwischen den Bonussystemen in den USA und Europa weiter wachsen.
Zum Glück haben unabhängige Vermögensverwalter hier etwas mehr Spielraum zur Verfügung. Manche sehen darin einen echten Schub für die Motivation – doch auch hier müssen faire und möglichst einheitliche Regeln gelten. Auch Aktionäre und Infrastrukturinvestitionen dürfen dabei nicht vernachlässigt werden. Dennoch werden klare Bedingungen auch hier dazu beitragen, die Kontinuität des Unternehmens für treue Kunden über viele Jahre zu sichern.
Quelle: LinkedIn