Oft werde ich gefragt, ob unabhängige Vermögensverwalter verschwinden werden. In den meisten Fällen dürfte der Wandel nicht so verlaufen. Statt zu verschwinden, werden sich viele Unternehmen eher grösseren Strukturen anschliessen. Wenn Nachfolge -Fragen drängender werden und die operative Komplexität wächst, werden externe Lösungen relevanter. Dazu gehören Fusionen, Partnerschaften oder Übernahmen durch grössere unabhängige Plattformen sowie durch Private-Equity-gestützte Strukturen.
Dieser Trend ist in der Vermögensverwaltungsbranche bereits sichtbar. Grössere Unternehmen übernehmen zunehmend kleinere, während externe Investoren die Chance erkennen, einen nach wie vor fragmentierten Markt zu konsolidieren . Das verschiebt die Marktstruktur schrittweise.
Die Zahl der Unternehmen muss absolut gesehen nicht dramatisch sinken. Die Branche dürfte sich aber konzentrieren – weniger, dafür grössere Akteure verwalten einen wachsenden Anteil des Vermögens. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine natürliche Entwicklung, wenn Branchen reifen und von der Zersplitterung zur Konsolidierung übergehen.
Für unabhängige Vermögensverwalter heisst das: Grösse, Struktur und Nachfolgeplanung werden immer wichtiger. Gut vorbereitete Unternehmen werden Optionen haben. Wer nicht vorbereitet ist, sieht seine Optionen mit der Zeit schrumpfen. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Unternehmen verschwinden, sondern wie viele unabhängig bleiben.