Eine der sensibelsten und oft missverstandenen Fragen in der unabhängigen Vermögensverwaltung ist Bewertung. In der Praxis hängt die Bewertung in der Vermögensverwaltung von weit mehr ab als von den Zahlen auf einem Datenblatt.
Was treibt die Bewertung von Vermögensverwaltung an?
Was ist eine Firma eigentlich wert? Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach. Ein Unternehmen mit starken verwaltete Vermögen, langjährigen Kundenbeziehungen und stabile Umsätze sollte eine hohe Bewertung rechtfertigen. Und in vielen Fällen trifft das zu.
Die Realität ist jedoch differenzierter.
Innere Stärke bedeutet oft einen höheren Preis nach außen
Paradoxerweise ist der Moment, in dem sich ein Unternehmen intern am stärksten fühlt, oft auch der Moment, in dem es extern den größten Wert hat. Wenn Kunden vollständig integriert sind, Portfolios angelegt sind und die Beziehungen stabil sind, erreicht das Unternehmen einen Reifegrad, der es attraktiv macht für potenzielle Käufer. Die Bewertung im Vermögensmanagement erreicht daher genau dann ihren Höchststand, wenn der Tagesbetrieb ruhig verläuft.
Einfach ausgedrückt ist dies der Zeitpunkt, zu dem die Kanzlei “arbeitet”. Und logischerweise ist dies auch der Zeitpunkt, zu dem der Preis am höchsten ist. Folglich erzeugt dies eine natürliche Spannung.
Gründer und Investoren interpretieren dieselben Zahlen unterschiedlich
Aus Sicht des Gründers ist dies die Phase, in der das Unternehmen endlich den vollen wirtschaftlichen Nutzen aus den jahrelangen Anstrengungen zieht. Die Umsätze sind stabil, die Rentabilität ist erkennbar, und das Unternehmen hat das anfängliche unternehmerische Risiko weitgehend abgefedert.
Gleichzeitig ist dies aus Anlegersicht genau der Moment des Einstiegs. Darüber hinaus, privates Eigenkapital, … sucht insbesondere keine Unsicherheiten in der Anfangsphase. Gesucht werden vorhersehbare Cashflows, stabile Kundenbeziehungen und skalierbare Strukturen. Mit anderen Worten: Gesucht werden Unternehmen, die sich bereits bewährt haben.
Hier können die Erwartungen auseinandergehen. Die Bewertung in der Vermögensverwaltung befindet sich genau auf dieser Bruchlinie.
Die Bewertung im Vermögensmanagement richtet sich nach der Übertragbarkeit
Gründer erkennen oft das volle Potenzial dessen, was sie aufgebaut haben. Käufer konzentrieren sich darauf, was ohne den Gründer übertragen und aufrechterhalten werden kann. Daher bestimmt letztendlich die Kluft zwischen diesen Perspektiven der Preis.
Die Bewertung der Vermögensverwaltung ist daher nicht nur eine Funktion von Vermögenswerten. Sie ist vielmehr eine Funktion der Übertragbarkeit.
Wo die früheren Themen zusammenlaufen
Schließlich laufen dort viele der zuvor behandelten Themen zusammen. Abhängigkeit von der Gründerin, Altersstruktur der Kunden und Nachfolgeplanung All dies wirkt sich in der Praxis unmittelbar auf den Wert eines Unternehmens aus.
Je besser ein Unternehmen auf diese Elemente eingeht, desto näher tendieren Wahrnehmung und Realität dazu, sich anzugleichen. Kurz gesagt belohnt die Bewertung in der Vermögensverwaltung jedes Unternehmen, das auch ohne seinen Gründer weiterarbeitet.


