Früher war es normal, einen Dankesbrief zu schreiben. Wer ein Geschenk erhielt, setzte sich mit Stift und Papier hin und drückte seine Dankbarkeit aus. Das kostete Mühe – aber genau diese Mühe hatte Gewicht. ✍️
Heute sieht das ganz anders aus. Ein Dankeschön kommt meist als kurze E-Mail. Festtagsgrüsse kommen als schnelles WhatsApp-Foto 📸. Effizient, weithin akzeptiert – aber mit weniger Gewicht.
Nun ist Künstliche Intelligenz auf den Plan getreten. Statt jedes Wort selbst zu schreiben, geben wir einen Prompt ein: ein paar Anweisungen zu Ton, Stil oder Länge. Das System erstellt eine Nachricht, die wir versenden können. Technisch gesehen nicht unsere Worte – und doch geprägt von uns. Die Entscheidungen beim Prompting, die Nuancen, die wir verlangen, die Absicht, die wir verfolgen – all das hinterlässt eine persönliche Handschrift.
Gleichzeitig hat der Brief seine Wirkung nie ganz verloren. Auch getippt hat ein formeller Geschäftsbrief Gewicht. Er signalisiert Ernsthaftigkeit, Professionalität und Verbindlichkeit. Vor allem verlangt er oft eine offizielle Antwort – etwas, das eine WhatsApp-Nachricht oder E-Mail selten erreicht.
Diese Unterscheidung ist wichtig in Bereichen wie der Vermögensverwaltung, wo es in der Kommunikation nicht nur um Tempo, sondern um Vertrauen und Authentizität geht. Nicht jede Nachricht muss handgeschrieben sein, aber jede sollte bewusst gewählt wirken. Technologie kann helfen – solange der Absender bewusst den richtigen Kanal wählt und hinter seinen Worten steht.
Vielleicht hängt Authentizität heute weniger davon ab, ob ein Text von Hand oder von einer KI geschrieben wurde, als vom Bewusstsein dahinter.
👉 Was denken Sie? Wenn eine Nachricht per KI-Prompt entsteht, ist sie dann noch wirklich persönlich – oder nur eine effiziente Simulation?