Dieser Artikel ist aus einer ausführlicheren Diskussion entstanden, die mit ChatGPT 5.2 (Diskussionsmodus) geführt wurde.
Die entscheidende Verlagerung von der Verwaltung zur Entstehung
In den ersten beiden Artikeln dieser Serie haben wir erläutert, warum sich das Wachstum von den Zuflüssen unterscheidet und warum sich die Rolle der Schweiz in der globalen Vermögensverwaltung weiterentwickelt und nicht zusammenbricht.
Nun stellt sich natürlich die letzte und entscheidende Frage:
Wenn etablierte Drehkreuze nicht mehr standardmäßig neuen Wohlstand an sich ziehen, wohin fließt dieser Wohlstand dann?
Die Antwort liegt nicht in der Umverteilung, sondern in der Entstehung.
Reichtum wird nicht mehr dort gebucht, wo er geschützt wird - sondern dort, wo er geschaffen wird
Jahrzehntelang folgte der internationale Wohlstand einer vorhersehbaren Entwicklung:
- Die Wertschöpfung erfolgte weltweit
- Strukturierung gefolgt von Stabilität
- Die Buchungen konzentrierten sich auf eine kleine Anzahl traditioneller Knotenpunkte
Diese Reihenfolge hat sich geändert.
Heute verbleibt der Reichtum zunehmend in der Nähe seines Entstehungsortes - zumindest anfangs.
Es handelt sich nicht um eine emotionale Entscheidung. Sie ist operativ.
- Gründer wollen die Nähe zu ihren Unternehmen
- Familien wünschen sich Schnelligkeit und Flexibilität
- Die Strukturen müssen sich parallel zu den Betriebsmitteln entwickeln
Asien: Umfang, Geschwindigkeit und Kapital der ersten Generation
Der Aufstieg Asiens zur Wohlstandsmetropole ist nicht auf Transfers aus Europa zurückzuführen. Er wird durch eine noch nie dagewesene Vermögensbildung angetrieben.
Dieser Fluss ist durch wichtige Merkmale gekennzeichnet:
- Hohe Konzentration von Unternehmern der ersten Generation
- Bedeutende Liquiditätsereignisse in den Bereichen Technologie, Produktion und Private Equity
- Rasche Institutionalisierung von Familienvermögen
Wenn ein neues Vermögen zum ersten Mal strukturiert wird, ist das nicht mehr die primäre Entscheidung:
“Wo ist Reichtum am sichersten?”
Das ist es:
“Wo kann Wohlstand am effektivsten wirken?”
Diese Dynamik wurde ausführlicher erforscht in Schwellenländer China Reichtum.
Die VAE: Flexibilität als strategischer Vorteil
Wenn Asien für Größe steht, dann stehen die Vereinigten Arabischen Emirate für Optionalität.
Der Reiz der VAE liegt nicht in der Geschichte, sondern im Design:
- Speziell eingerichtete Finanzzonen
- Schnelle regulatorische Anpassung
- Klare Trennung zwischen Betriebs- und Holdingstrukturen
Für weltweit mobile Familien ist dies ein überzeugendes Angebot:
- Effiziente Holdingstrukturen
- Zugang zu internationalen Bankennetzen
- Hohe Reaktionsfähigkeit auf komplexe Bedürfnisse
Das Ergebnis ist nicht der Ersatz traditioneller Naben, sondern ein Frontloading.
Das Vermögen wird häufig zunächst in den VAE strukturiert, bevor es über mehrere Rechtsordnungen hinweg diversifiziert wird.
Warum diese Drehkreuze Zuflüsse gewinnen, ohne Abflüsse auszulösen
Es ist wichtig, eine Nullsummen-Interpretation zu vermeiden.
Asien und die Vereinigten Arabischen Emirate “gewinnen” nicht, weil die Schweiz oder London “verlieren”.
Sie gewinnen, weil:
- Sie erfassen erste Buchungsentscheidungen
- Sie entsprechen den operativen Realitäten des neuen Wohlstands
- Sie bieten eher Modularität als Dauerhaftigkeit
Einmal etablierte Anlagen werden nur selten in den Großhandel verlagert. Stattdessen werden zusätzliche Knotenpunkte eingerichtet.
Diese Multi-Hub-Logik spiegelt die allgemeinen Trends im Bereich der offenen Architektur und des Plattformdenkens wider, die in Eigene Produkte vs. offene Architektur in der Vermögensverwaltung.
Auswirkungen für Banken und Vermögensverwalter
Für die Finanzinstitute hat die Verlagerung von der Dominanz der Lagerbestände zur Dominanz der Zahlungsströme konkrete Folgen:
- Geringere Konzentration von Kundenvermögen pro Hub
- Höherer Bedarf an grenzüberschreitender Koordinierung
- Verringerung der Effektivität von Geschäftsmodellen, die auf Altlasten ausgerichtet sind
Depotbanken und unabhängige Vermögensverwalter agieren zunehmend in Ökosystemen und nicht mehr in Hierarchien. Diese Realität verändert die Kundenakquise, die Preisgestaltung und die Plattformstrategie, wie im Folgenden dargelegt wird Die komplexe Beziehung zwischen Depotbanken und unabhängigen Vermögensverwaltern.
Das Ende des Standarddenkens
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ist nicht geografischer Natur. Sie ist konzeptioneller Natur.
Es gibt nicht mehr den einen “richtigen” Standort für Wohlstand.
Stattdessen ist Reichtum:
- Verteilt
- Funktional zugeordnet
- Dynamische Anpassung im Laufe der Zeit
Drehscheiben, die dies frühzeitig erkennen, werden relevant bleiben. Diejenigen, die sich auf den historischen Standardstatus verlassen, werden nach und nach von den ersten Entscheidungen ausgeschlossen werden.
Abschluss der Serie
In allen drei Artikeln lässt sich ein einheitliches Muster erkennen:
Die Zukunft der globalen Vermögensverwaltung liegt nicht darin, wer heute die meisten Vermögen besitzt, sondern wer morgen die nächste Generation von Vermögen anzieht.
Leistung lässt Portfolios wachsen. Zuflüsse formen Macht.
Das Verstehen des Unterschieds ist nicht mehr optional.
Überblick über die Serie:
Teil 1 - Warum Wachstum in der Vermögensverwaltung nicht gleichbedeutend mit Zuflüssen ist
Teil 2 - Verliert die Schweiz ihre führende Rolle in der globalen Vermögensverwaltung?
Teil 3 - Wo neuer Reichtum entsteht: Asien, die VAE und die Zukunft der globalen Vermögenshubs


