Unabhängige Vermögensverwalter sind seit langem mit dem gleichen strukturellen Problem konfrontiert: unzuverlässige, unvollständige und langsame Datenschnittstellen mit Depotbanken. Die Bestände kommen in unterschiedlichen Formaten an. Kapitalmaßnahmen müssen manuell interpretiert werden. Den Transaktionsdaten fehlt es an Konsistenz. Zwar gibt es in der Theorie brauchbare APIs, aber nur selten im täglichen Betrieb.
Diese Lücke erklärt, warum sich eine ganze Parallelindustrie entwickelt hat. Anstelle von sauberen Schnittstellen verlassen sich viele Portfoliomanagementsysteme immer noch auf lesbare PDFs. Auszüge werden extrahiert, interpretiert und in Datenstrukturen umgewandelt, die eigentlich direkt von den Depotbanken stammen sollten. Das funktioniert, aber es ist ineffizient und anfällig.
Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten (FiDA) und Open Finance
Die Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten (Financial Data Access Regulation, FiDA) ist ein EU-Vorschlag, der Open Banking auf Open Finance ausweiten soll. Im Gegensatz zur PSD2, die sich in erster Linie auf Zahlungskonten konzentrierte, befasst sich FiDA ausdrücklich mit breiteren Finanzdatenkategorien, einschließlich Anlageprodukten und Finanzinstrumenten - vorbehaltlich der Zustimmung des Kunden und definierter Zugangsregeln.
Zu den strukturellen Unterschieden zwischen den traditionellen Bankmodellen und der sich entwickelnden Infrastruktur, siehe offene Architektur in der Vermögensverwaltung.
Wird die FiDA die Schnittstellen zu den Verwahrstellen sofort festlegen? Nein. Es bleibt ein Vorschlag. Selbst wenn er angenommen ist, werden sich die Umsetzungsfristen verlängern. Das tatsächliche Ergebnis wird davon abhängen, wie die Datenkategorien definiert werden, welche technischen Standards gewählt werden und wie konsequent sich die Institute daran halten.
Vom operationellen Detail zur Infrastrukturfrage
Mit der Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten (FiDA) ändert sich jedoch etwas Grundlegendes. Sie erkennt auf regulatorischer Ebene an, dass der Zugang zu Anlagedaten eine Infrastrukturfrage und nicht nur ein operatives Detail ist.
Dieser Wandel steht im Einklang mit der allgemeinen Diskussion über Abwicklungsbanken für unabhängige Vermögensverwalter und die strukturelle Entwicklung des Sektors.
APIs sind nicht länger optionale Dienstmerkmale. Sie rücken allmählich näher an die erwartete Marktinfrastruktur heran. Dies spiegelt die Entwicklungen wider, die in WealthTech und KI in der unabhängigen Vermögensverwaltung, wo die Datenqualität die Wettbewerbsfähigkeit bestimmt.
Für unabhängige Vermögensverwalter ist die Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten (FiDA) kein Versprechen auf sofortige Erleichterung. Aber anders als die PSD2 geht sie das Problem der Anlagedaten, mit dem wir täglich konfrontiert sind, direkt an.
Die Umstellung von dokumentenbasierten Prozessen auf zuverlässige, strukturierte Daten wird Zeit brauchen. Doch zum ersten Mal scheint die regulatorische Richtung mit der betrieblichen Realität übereinzustimmen.