Offene Architektur stellt den Kunden an erste Stelle – mit Zugang, Auswahl und Transparenz. So funktioniert sie in der Schweiz für HNWIs und UHNWIs.
Definition: offene Architektur
Offene Architektur in der Vermögensverwaltung bedeutet, dass Ihre Bank oder Ihr unabhängiger Vermögensverwalter nicht auf hauseigene Produkte beschränkt ist, sondern Anlagen von vielen Anbietern auswählen kann. Das Ziel: das Portfolio um den Kunden herum gestalten – statt den Kunden in ein Produktregal zu zwängen.
Das steht im Gegensatz zur geschlossenen Architektur, bei der die Produktauswahl eingeschränkt ist – oft auf bankeigene Fonds oder eine enge Liste. In der Schweiz ist offene Architektur heute ein Zeichen für Unabhängigkeit, Interessengleichklang und professionelle Standards.
Warum offene Architektur in der Schweiz wichtig ist
Die Schweiz betreut internationale Kunden mit komplexen Bedürfnissen. HNWIs und UHNWIs wollen offenen Zugang, eine solide Due Diligence und grenzüberschreitende Expertise. Offene Architektur erfüllt diese Bedürfnisse, indem sie Schweizer Stabilität mit globalen Chancen verbindet.
- Kundenerwartungen: Unabhängigkeit, Transparenz und bestmögliche Ausführung.
- Markttiefe: Zugang zu globalen Fonds, ETFs, alternativen Anlagen und Private Markets.
- Regulatorische Klarheit: Schweizer Vorschriften betonen Eignung, Offenlegung und Governance.
Die wichtigsten Vorteile für Kunden
- Grössere Auswahl: Drittfonds, Boutiquen, Private Equity, Private Credit, Sachwerte und Nischenstrategien.
- Bessere Interessenausrichtung: weniger Interessenkonflikte als bei reinen Hausprodukten; Beratung, die sich an den Ergebnissen des Kunden orientiert.
- Transparente Gebühren: präzisere Kostenausweise und die Möglichkeit, institutionelle Konditionen auszuhandeln.
- Breitere Diversifikation: Anlageklassen, Manager, Stile, Währungen und Regionen.
- Personalisierung: Berücksichtigung von ESG, Themen und Liquiditätsbedarf – zugeschnitten auf Lebensereignisse.
- Konsolidierte Sicht: Multi-Bank-Reporting und Performance-Attribution an einem Ort.
Wie Schweizer Vermögensverwalter offene Architektur umsetzen
Schweizer Privatbanken und unabhängige Vermögensverwalter arbeiten mit externen Depotbanken. Zudem stützen sie sich auf Plattformen mit offener Architektur und institutionelles Research. Das Betriebsmodell konzentriert sich auf Auswahl, Überwachung und Reporting:
- Screening & Auswahl: Manager-Research, quantitative Filter und qualitative Due Diligence.
- Zugang & Umsetzung: erstklassige Vehikel (Fonds, SMAs, Co-Investments) über offene Plattformen.
- Überwachung & Governance: laufende Überprüfung von Risiken, Kosten und Performance anhand der Mandatsziele.
- Reporting & Konsolidierung: Aggregation auf Positionsebene über alle Banken hinweg mit klaren Performancetreibern.
Technologien wie Fintech-Datenschnittstellen, Modellportfolios und API-basiertes Reporting machen offene Architektur skalierbar – und halten Kontrolle und Aufsicht in der Schweiz.
Herausforderungen und Überlegungen
- Due Diligence: Können, Kapazität, Liquidität, Governance und Gegenparteirisiko des Managers.
- Kosten und Retrozessionen: volle Transparenz über Gebühren, Anteilsklassen und allfällige Rückvergütungen.
- Integration: präzise Daten, korrekte Positionen, Fair Values und ein lückenloser Audit Trail.
- Eignung und Dokumentation: Mandate, Anlegerprofile und grenzüberschreitende Regeln.
Kundenperspektive – was Sie Ihren Kundenberater fragen sollten
- Bieten Sie nur eigene Produkte an oder auch Lösungen von Dritten?
- Wie gehen Sie mit Interessenkonflikten um? Wie belegen Sie, dass Ihre Auswahl unvoreingenommen ist?
- Kann ich einen einzigen Bericht erhalten, der alle meine Bankkonten umfasst?
- Welche Gebühren bezahle ich? Behalten Sie Retrozessionen ein? Welche Anteilsklasse verwenden Sie, und warum?
- Wie sieht Ihr Due-Diligence-Prozess für Private Markets und alternative Strategien aus?
Fazit – ein Schweizer Wettbewerbsvorteil
Offene Architektur ist heute ein Kernmerkmal professioneller Vermögensverwaltung in der Schweiz. Anspruchsvollen Kunden bietet sie Breite, gleichgerichtete Interessen und Kontrolle. Kundenberatern ermöglicht sie, Unabhängigkeit und einen kundenorientierten Ansatz zu zeigen.
Nächster Schritt: Prüfen Sie, wie offene Architektur zu Ihrem Mandat passt. Beginnen Sie mit einer kurzen Überprüfung Ihres aktuellen Portfolios und Reportings.
👉 Lieber ein schneller Vergleich? Prüfen Sie Optionen mit offener Architektur in einem kurzen Kennenlerngespräch. Beratungsgespräch anfragen oder entdecken Sie weitere Beiträge auf vapa.ch.
FAQs
Was ist offene Architektur in der Vermögensverwaltung?
Ein Ansatz, bei dem Ihr Kundenberater Anlagen externer Anbieter auswählen kann – statt nur hauseigene Produkte.
Warum ist offene Architektur in der Schweiz wichtig?
Internationale Kunden erwarten Unabhängigkeit, Transparenz und globalen Zugang. Offene Architektur erfüllt diese Erwartungen.
Verringert offene Architektur Interessenkonflikte?
Sie hilft, den Portfolioaufbau an den Zielen des Kunden auszurichten, indem sie das Anlageuniversum erweitert und die Gebührentransparenz verbessert.
Ist ein konsolidiertes Reporting über mehrere Banken möglich?
Ja. Viele Schweizer Vermögensverwalter bieten ein Multi-Bank-Reporting an, das alle Positionen, Risiken und die Performance in einem Bericht zeigt.
Eignet sich offene Architektur für UHNWIs und Family Offices?
Ja. Sie eignet sich gut für komplexe Mandate, die Zugang zu spezialisierten Managern und Private-Market-Opportunitäten erfordern.
Weiterführende Lektüre
- Unabhängige Vermögensverwaltung in der Schweiz
- Vermögensverwaltungs- vs. Beratungsmandate
- Konsolidiertes Vermögensreporting
Lesen Sie auch: Nichts zu verkaufen, nichts zu verteidigen