Patrick Stauber, CEO von Marcuard Heritage, ist stolz auf seine ausgeprägte Zahlenaffinität und würde seinem jüngeren Ich raten, Zeit im Ausland zu verbringen. Im Finews Interview, spricht er über die besten Seiten seines Berufs, die Rolle von Mentoren und die Projekte, die seine Arbeit derzeit prägen.
Von Lynn Seelhofer | Mittwoch, 28. Januar 2026, 14:03
In den «Backstage»-Porträts stellt finews.ch Persönlichkeiten aus der Finanzbranche und darüber hinaus vor und gibt persönliche Einblicke in ihre Vorlieben, Beweggründe und Perspektiven.
Was ist das Erste, was Sie am Morgen tun?
Mein Tag beginnt sehr früh, noch vor Sonnenaufgang, mit den Apps von Bloomberg und der Financial Times sowie mit unserem internen Marktupdate aus Singapur. Danach mache ich mich direkt auf den Weg ins Büro.
Was ist das Beste an Ihrem Job?
Die Vielseitigkeit. Als unabhängiger Vermögensverwalter bewege ich mich täglich an der Schnittstelle von Menschen, Strategie, Geopolitik, Märkten und Unternehmertum. Besonders die Internationalität unserer Gruppe prägt und inspiriert mich.
Ein Moment, der Ihr Leben verändert hat?
Beruflich waren es weniger einzelne Momente als vielmehr bewusste Entscheidungen – etwa unbequeme Wege zu wählen und mehr als einmal neu anzufangen.
Auf persönlicher Ebene war es eindeutig die Geburt unserer Tochter. Sie hat meine Prioritäten neu gesetzt; bis heute hat das gemeinsame Abendessen in der Familie für mich einen sehr hohen Stellenwert.
Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Lieblingsauto?
Nach mehreren bayerischen SUVs bin ich auf einen Tesla umgestiegen – auch im Zuge der Modernisierung unseres Wohnhauses mit einer Photovoltaikanlage. Im Moment ist es mein Lieblingsauto. Trotz allem.
Welchen Rat würden Sie Ihrem 20-jährigen Ich geben?
Ins Ausland gehen, ein Netzwerk aufbauen und nicht den einfachsten Weg wählen. So wird das Leben inspirierender, intensiver und selbstbestimmter. Das kann ich persönlich bestätigen.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Mein beständiger Drang, mich mit neuen digitalen Themen zu beschäftigen, und mein ausgeprägtes Zahlengespür. Diese Leidenschaft ist natürlich äusserst hilfreich.
Was tun Sie, wenn Sie Zweifel haben?
Ich spreche darüber. Ich hatte in jeder Lebensphase Mentoren. Der Austausch mit Menschen, deren Urteil ich vertraue, hilft mir, die Dinge einzuordnen.
Was ist Ihr Lieblingswein?
Eine heikle Frage – vor allem mit einer Walliserin als Ehefrau. Aber ich würde sagen: den EO der Staatskellerei Zürich. Um zu zitieren: «Ein Wein, der seine eigene Geschichte erzählt – wild, ungezähmt und doch überraschend elegant.»
An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?
Künstliche Intelligenz ist derzeit ein Schlüsselthema. Gleichzeitig konzentriere ich mich auf das nachhaltige Wachstum von Marcuard Heritage – Stillstand ist keine Option.
Privat engagiere ich mich in kleineren Internetprojekten und meinem Blog.
Was bewundern Sie an anderen Menschen?
Neugier, Klarheit und die Fähigkeit, sich stetig weiterzuentwickeln.
Was würde jemanden am meisten überraschen, wenn er für einen Tag Ihren Job übernehmen würde?
Die Vielfalt und die Intensität. Die Rolle eines CEO ist ein ständiges Zusammenspiel von Menschen, Kulturen, Themen und Entscheidungen.
Was ist Ihre persönliche Motivation?
Unsere Rolle als unabhängige Vermögensverwalter. Sie erlaubt es uns, uns ganz auf den Kundennutzen zu konzentrieren, unabhängig von Produkten und Anbietern. Das ist meiner Meinung nach die wahre DNA des Finanzplatzes Schweiz.
Wovor haben Sie Angst?
Langeweile. Und die Angst vor intellektueller Stagnation.
Ihre Lieblingsuhrenmarke?
Das Gleichgewicht zwischen Innovation und Tradition. Apple Watch am rechten Handgelenk, Hublot am linken.
Gibt es einen unerfüllten Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?
Um die Welt reisen, die grossen Weltstädte erkunden und Inspiration mit einem weiten Horizont verbinden.
Ihre beste Investition?
Unser Hauptwohnsitz.
Link zum Original Interview auf Finews – Link