Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens hat der Verband Schweizer Vermögensverwalter (VSV/ASG) eine Sonderausgabe veröffentlicht. Darin wird die Entwicklung unseres Berufsstands beleuchtet. Es werden auch die Herausforderungen der letzten vier Jahrzehnte betrachtet. Führende Experten von gestern und heute teilen dort ihre Analysen. Gerne habe ich meine Sicht auf die unabhängige Vermögensverwaltung eingebracht. Das vollständige Interview erschien am 22. Juli 2026 auf der Website des VSV.
Hinweis: Diese englische Version wurde von einer KI aus dem deutschen Original übersetzt. Die Quelle finden Sie unten auf dieser Seite.
Welche Erfolgsfaktoren werden die unabhängige Vermögensverwaltung entscheiden?
VSV: Der Beruf wird immer komplexer, insbesondere weil Märkte, Geopolitik, Strategie und Humankapital miteinander interagieren. Welche Erfolgsfaktoren erachten Sie für die kommenden Jahre als entscheidend?
Wir verwalten und gestalten Vertrauen, nicht Produkte. In meinen Augen bleibt daher eines der Kernelement des unternehmerischen Erfolgs: die Beziehung zwischen Berater und Klient. Typischerweise ist dieser Klient ein UHNWI. Technologie spielt in der unabhängigen Vermögensverwaltung eine immer wichtigere Rolle. Sie ist jedoch nie Selbstzweck. Vielmehr sollte Technologie es Kundenberatern ermöglichen, Kundenwünsche schneller und individueller zu beantworten.
Neben Menschen und Technologie ist unsere Unabhängigkeit von großer Bedeutung. Ebenso unsere offene Architektur und damit die Vermeidung von Interessenkonflikten. Zusammen sind dies starke Gründe für Kunden, sich für Marcuard Heritage zu entscheiden.
Kurz gesagt, unabhängige Vermögensverwaltung braucht die richtigen Talente, innovative KI-basierte Intelligenz und eine Kultur, die den Wandel als Normalfall lebt.
Nicht zuletzt braucht die Branche einen Verband wie den VSV. Er steht hinter der Branche, vertritt gemeinsame Interessen und berät seine Mitglieder. Heute stehen wir unter FINIG und FIDLEG gleichberechtigt mit den Banken da. Das ist nicht zuletzt seine Leistung.
Verwahrbanken und unabhängige Vermögensverwaltung als Partner
VSV: Sie haben sich oft zur zukünftigen Beziehung zwischen Depotbanken und Vermögensverwaltern geäußert. Sie unterschieden eine B2B-orientierte Privatbank von einer traditionellen Privatbank, die unabhängige Manager betreut. Wie sehen Sie diese Entwicklung?
Über die letzten Jahre haben sich die Verbindungen zwischen depotführende Banken und unabhängige Vermögensverwalter wurden spürbar professioneller. Beide Seiten verstanden, dass sie voneinander abhängig sind. Wir bringen die Kundenbeziehung und die Anlagekompetenz ein. Die Bank bringt die Depotfunktion, die Abwicklung und den Marktzugang mit. Die eigentliche Frage ist daher nicht, wer gewinnt. Sondern wie stark sich dieses Zusammenspiel zu einer echten Partnerschaft entwickelt.
Für mich verläuft die entscheidende Trennlinie im unabhängigen Vermögensmanagement woanders. Sie trennt nicht reine B2B-Banken von traditionellen Häusern. Vielmehr trennt sie diejenigen, die unser Geschäftsmodell wirklich verstehen, von denen, die es noch nicht tun. Manche traditionellen Privatbanken haben exzellente, dedizierte Dienstleistungen für unabhängige Vermögensverwalter aufgebaut. Andere nicht. Entscheidend ist, ob eine Bank uns als einen Partner.
Als unabhängiger Vermögensverwalter arbeiten wir bewusst mit über 30 Depotbanken zusammen. Dadurch streuen wir Risiken und schaffen Flexibilität für den Kunden. Zudem halten wir einen gesunden Qualitätswettbewerb am Leben. Davon profitieren letztendlich alle.
Was Fortschritt für unabhängige Vermögensverwaltung bedeutet
VSV: Fortschritt muss dem Vertrauen dienen und darf kein Selbstzweck werden. Was sagen Sie dazu im Kontext der unabhängigen Vermögensverwaltung und Technologie?
Grundsätzlich hilft jeder Datenpunkt einem unabhängigen Vermögensverwalter, Prognosen zu verbessern und Einblicke zu gewinnen. Kunden profitieren jedoch am meisten unter zwei Bedingungen. Erstens weiß der Kundenbetreuer, wie er diese Daten aufbereiten und interpretieren kann. Zweitens versteht er die Kundenbedürfnisse im Detail. Der größte Fehler ist, die Digitalisierung an sich als Fortschritt zu betrachten. Letztlich geht es nicht darum, was die Technologie leisten kann. Es geht darum, was den Kundennutzen und das Kundenvertrauen stärkt.
Genau dann, wenn alle reden über künstliche Intelligenz, das menschliche Element zum echten Unterscheidungsmerkmal wird. Aus diesem Grund bringen wir bewusst technologische Expertise in das Unternehmen, bis hinauf in den Vorstand. Dies tun wir nicht, um Menschen zu ersetzen. Vielmehr tun wir dies, um einen zutiefst menschenzentrierten Ansatz im Wealth Management zu stärken.
Warum Abu Dhabi ein Weckruf und keine Bedrohung ist
VSV: Drehkreuze wie das ADGM (Abu Dhabi Global Market) sind auf dem Vormarsch und bekannt für einen attraktiven regulatorischen Rahmen. Wie sollten Vermögensverwalter in der Schweiz ihre Strategie weiterentwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
Hubs wie ADGM geben einem unabhängigen Vermögensverwalter keinen Grund zur Nervosität. Im Gegenteil, ich lese sie als Weckruf und als Chance. Die Schweiz bietet Stabilität, Rechtssicherheit, Diskretion und Infrastruktur. Viele auf der Welt beneiden uns darum. Trotzdem dürfen wir uns nie darauf ausruhen.
Bei Marcuard Heritage verwalten wir heute rund sechs Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus haben wir international tätig seit über zwanzig Jahren, nach unserer Gründung in der Schweiz im Jahr 2003. Wir haben uns keine Eile genommen, unseren neuesten Standort zu eröffnen in Abu Dhabi. Tatsächlich kennen wir den Markt seit einem Jahrzehnt durch unsere Depotbanken. Dieses Jahr war es endlich soweit. So verstehen wir nachhaltige Expansion.
Gleichzeitig beginnt Wettbewerbsfähigkeit zuhause. Andere Finanzplätze punkten mit schlankerer, berechenbarerer Regulierung. Deshalb müssen wir unseren eigenen Rahmen attraktiv halten. Genau hier ist die Stimme des VSV zentral. Dank seiner Arbeit bleibt die Schweiz für das unabhängige Vermögensmanagement attraktiv.
Über Patrick Stauber
Patrick Stauber ist CEO der Marcuard Heritage AG in Zürich, Schweiz. Er ist seit 2009 für die Gruppe tätig und verantwortet deren Entwicklung. Frühere Stationen in seiner Karriere führten ihn zu Morgan Stanley sowie zur Citicorp Private Bank und Citibank NA. Vor allem betont er die multidimensionale und internationale Ausrichtung des unabhängigen Wealth Managements.
Quelle: VSV/ASG, 40. Jubiläumssonderausgabe (Deutscher Originaltext).


