Umfrageergebnisse (Oktober 2024)
Als unabhängiger Vermögensverwalter weiss ich, dass bei der Wahl einer Depotbank viele Aspekte wichtig sind. Ein Faktor sticht bei der Auswahl in der Praxis jedoch immer hervor. Sind es die Gebühren, die Reputation der Marke, die Qualität der Betreuung durch den EAM-Desk oder gar die Finanzstabilität der Bank? Sagen Sie uns, worauf Sie zuerst achten!
Wettbewerbsfähige Gebühren
Betreuung durch den EAM-Desk
Finanzielle Stabilität
Hinweis: Wir haben alle Personen entfernt, die nicht in der EAM-Branche tätig sind, damit die Auswertung für unser LinkedIn-Publikum relevant ist.
Was ist unabhängigen Schweizer Vermögensverwaltern am wichtigsten?
Wenn unabhängige Vermögensverwalter eine Depotbank auswählen, beeinflussen mehrere wichtige Faktoren ihre Entscheidung. Eine aktuelle Umfrage zeigt: 70 % der Vermögensverwalter halten wettbewerbsfähige Gebühren für den wichtigsten Faktor. Tiefere Gebühren können die Rendite der Kunden erheblich beeinflussen – Kosteneffizienz ist daher ein zentrales Auswahlkriterium.
Dagegen legen 20 % der Vermögensverwalter den grössten Wert auf die Qualität der Betreuung durch den EAM-Desk der Bank (External Asset Manager). Für sie ist eine zuverlässige, kompetente und reaktionsschnelle Betreuung entscheidend für reibungslose Abläufe im Tagesgeschäft. Ein starker EAM-Desk ermöglicht es Vermögensverwaltern, aussergewöhnlichen Mehrwert zu bieten und sich in einem umkämpften Markt einen Vorsprung zu sichern.
Interessanterweise nannten nur 10 % der Teilnehmenden die Finanzstabilität als oberste Priorität. Das deutet darauf hin, dass die meisten Vermögensverwalter Finanzstabilität als Grundvoraussetzung betrachten und nicht als Unterscheidungsmerkmal. Sie gehen davon aus, dass jede seriöse Depotbank finanziell sicher ist.
Die Bewertung der entscheidenden Faktoren bei der Wahl einer Depotbank zeigt: Vermögensverwalter achten auf mehr als nur die Grundbedürfnisse. Der richtige Partner kann weitreichende Vorteile bieten – von der Gebührentransparenz bis zur massgeschneiderte EAM-Unterstützung. Wer diese Faktoren versteht, kann die Wahl der Bank auf die Ziele des eigenen Unternehmens abstimmen und so den langfristigen Erfolg für das Geschäft und die Kunden sichern.
Quelle: LinkedIn-Umfrage
Eine praktische Checkliste
Die Umfrage zeigt Prioritäten. In der Praxis sollte eine gute Auswahl alle folgenden Punkte berücksichtigen:
| Kriterium | Was Sie die Bank fragen sollten |
|---|---|
| Gebühren | Depotgebühr, Courtage, Devisenspread, Mindestgebühren pro Konto – insgesamt, nicht pro Position |
| EAM-Desk | Feste Ansprechpersonen, Reaktionszeiten, Stellvertretung während der Ferien, Handelsschlusszeiten |
| Onboarding | Übliche Dauer einer Kontoeröffnung, KYC-Anforderungen, digitales Onboarding |
| Daten und Reporting | Täglicher Datenfeed in Ihr Portfoliomanagementsystem, API-Zugang, Reporting-Formate |
| Produktzugang | Offene Architektur: Drittfonds, Private Markets, strukturierte Produkte |
| Kredit | Lombardkredite, Belehnungspolitik, Geschwindigkeit der Kreditbewilligung |
| Stabilität | Kapitalquote (CET1), Rating, Eigentümerstruktur, strategisches Bekenntnis zum EAM-Geschäft |
Versteckte Kosten sind der eigentliche Vergleich
Die ausgewiesene Depotgebühr ist selten die ganze Wahrheit. Devisenspreads, Ticketgebühren und Mindestgebühren bei kleinen Konten können eine tiefe Prozentgebühr übersteigen. Lassen Sie jede infrage kommende Bank dasselbe Musterportfolio mit einer realistischen Anzahl Transaktionen bepreisen. Nur dann sind die Angebote vergleichbar.
Warum die meisten Firmen mit mehr als einer Bank arbeiten
Nur wenige unabhängige Vermögensverwalter verlassen sich auf eine einzige Depotbank. Die Zusammenarbeit mit zwei bis vier Banken gibt Kunden die Wahl des Buchungszentrums und reduziert das Konzentrationsrisiko. Sie erhält zudem die Verhandlungsmacht bei den Gebühren. Der Preis dafür ist mehr operativer Aufwand – deshalb wird ein konsolidiertes Reporting unverzichtbar.
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