Was Rekordpreise wirklich messen
Der Goldpreis liegt bei Rekordhoch. Auch die US-Aktienmärkte befinden sich in der Nähe von Allzeithochs. Viele Schlagzeilen stellen diese Rekorde als Beweis für wirtschaftliche Stärke dar. Eine sinnvollere Frage wäre, was diese Rekorde eigentlich messen.
Gold selbst hat sich nicht verändert. Es wird nicht produktiver. Es generiert kein Einkommen und schafft keine Innovationen. Wenn Gold einen Rekordhoch Im Laufe der Zeit spiegelt der Preis in der Regel die Währung wider, in der er gemessen wird. Heute ist diese Währung der US-Dollar.
Ein Rekordpreis in Dollar bedeutet nicht automatisch eine reale Wertschöpfung. In vielen Fällen spiegelt er eher Veränderungen in der Messeinheit als Veränderungen im Vermögenswert wider - eine Unterscheidung, die bei Diskussionen oft übersehen wird Marktklarheit in einem unsicheren Umfeld.
Aktien, Liquidität und monetäre Bedingungen
Die Aktienmärkte folgen einer ähnlichen Logik. Unternehmen schaffen einen realen wirtschaftlichen Wert. Die Preise von Vermögenswerten reagieren jedoch oft schneller auf Liquidität, Zinssätze und Geldpolitik als Löhne oder Verbraucherpreise.
Folglich spiegelt ein Teil der jüngsten Marktentwicklung die monetären Bedingungen wider. Sie spiegelt nicht nur Produktivitätsgewinne wider. Diese Dynamik prägt auch die Art und Weise, wie Anleger über Vermögenswerte wie Gold auf Rekordniveau und damit zusammenhängende Fragen denken, z. B. Goldlagerung.
Die Rolle der Messwährung
Diese Dynamik wirft eine umfassendere Frage auf. Welche Währung misst die wirtschaftliche Realität derzeit am konsequentesten?
Aus Schweizer Sicht sticht der Schweizer Franken hervor. Er ist nicht vollkommen stabil. Das ist keine Währung. Seine Bewegungen sind jedoch tendenziell allmählicher und vorhersehbarer als die vieler anderer wichtiger Währungen - ein wichtiger Faktor bei der Strukturierung von Vermögen durch eine depotführende Bank in der Schweiz.
Extreme Ausschläge treten seltener auf. Die Preissignale erscheinen daher im Laufe der Zeit weniger verzerrt. Diese Stabilität ist vor allem dann von Bedeutung, wenn Schlagzeilen wie Gold, das sich auf einem Rekordhoch befindet, die öffentliche Aufmerksamkeit dominieren.
Messen, nicht urteilen
Diese Feststellung ist keine politische Aussage. Sie ist keine Beschwerde über steigende Kosten. Es geht einfach um die Messung.
Währungen fungieren als Werkzeuge. Einige Werkzeuge verzerren die Realität stärker als andere, insbesondere in Zeiten hoher Vermögenspreise. Diese Unterscheidung wird deutlicher, wenn man sie durch die Linse der finanzielle Transparenz.
Die Frage, auf die es ankommt
Die entscheidende Frage ist nicht, wo der nächste Rekord erscheint. Die eigentliche Frage ist, welche Währung diesen Rekord misst - eine Frage, die auch die langfristigen Entscheidungen in unabhängige Vermögensverwaltung.