Das jährliche Treffen des Weltwirtschaftsforums in Davos hat sich seit langem als globale Plattform für den Dialog etabliert. Jedes Jahr kommen führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um Herausforderungen zu diskutieren, die über Grenzen und Branchen hinausgehen.
Gleichzeitig spiegelt Davos 2026 weiterhin eine klare strukturelle Realität wider: Es bleibt weitgehend von westlichen Perspektiven geprägt. Teilnahme, Agenda-Setting und viele der zugrunde liegenden Annahmen werden immer noch von Nordamerika und Europa dominiert. Debatten in den Bereichen Handel, Regulierung, Technologie und Governance werden in der Regel im Rahmen westlicher wirtschaftlicher und institutioneller Modelle behandelt.
Dies ist weder unerwartet noch per se negativ. Das Forum ist aus einem europäischen Kontext heraus entstanden und hat sich parallel zu einer jahrzehntelangen, vom Westen geführten Wirtschaftspolitik entwickelt. Integration. Diese Geschichte erklärt einen großen Teil ihrer Relevanz und Einladungskraft. Die letzten Jahre haben jedoch deutlich gemacht, wie sehr sich das globale Umfeld verändert hat.
Geopolitische Spannungen, Fragen des strategischen Einflusses und unterschiedliche Auffassungen von Souveränität stehen heute stärker im Vordergrund als früher. Wirtschaftliche Themen sind nach wie vor von zentraler Bedeutung, werden aber zunehmend unter einem politischen und sicherheitsbezogenen Blickwinkel diskutiert. Davos wirkt weniger wie ein Ort, an dem ein breiter Konsens erzielt werden kann, sondern eher wie ein Ort, an dem Unterschiede in den Prioritäten und Annahmen sichtbar werden.
Für diejenigen, die an langfristigen Entscheidungen beteiligt sind, ist diese Veränderung von Bedeutung. Sie beeinflusst, wie Stabilität, Vorhersehbarkeit und institutionelle Verlässlichkeit bewertet werden. Formale Regeln und Rahmenbedingungen sind nach wie vor wichtig, doch wird ihrer praktischen Durchsetzbarkeit und dem politischen Kontext, in dem sie wirken, größere Aufmerksamkeit geschenkt.
Ich war noch nie ein großer Befürworter großer symbolischer Gipfeltreffen. Dennoch haben Foren wie Davos ihren Wert. Nicht, weil sie unmittelbare Lösungen bieten, sondern weil sie Einblicke in die Entwicklung globaler Narrative geben und zeigen, wo etablierte Modelle unter Druck geraten.
In diesem Sinne bleibt Davos 2026 ein nützlicher Indikator für eine vom Westen geführte Ordnung, die sich an eine komplexere und umstrittenere Welt anpasst. Welt.